1: Karriere & Business

Tipps für Rapper 1: Karriere

Stand: Juli 2007

Zeige Dich

Pack Deine Fresse auf Flyer, Poster, Webseiten, CD-Cover wann immer Du kannst. Nur wenn die Leute Dich wiedererkennen kaufen sie vielleicht Deine CD. (zu Fotos siehe auch bei “Medien”)

Nenne Deinen Namen

Achte darauf in den Texten und Parts am Anfang Deinen Namen deutlich zu nennen. Bist Du in einer Gruppe, dann solltet Ihr das alle machen, jeweils am Anfang von jedem Part (ideal vorgeführt auf dem Kinder des Zorns Album). Die Leute müssen kapieren wer wer ist.

Schreibe Deinen Namen

Achte darauf dass auf Deinen Covern glasklar zu erkennen ist a.) was Dein Name ist und b.) wie der Tonträger heißt.
Aus welcher Stadt Du kommst, welcher Clique Du angehörst, was für eine Serie Ihr gerade fahrt, wer das Ding präsentiert, welchen Label-Namen Ihr heute gerade habt und Dein wievieltes Tapes das ist ist auch wichtig, sollte aber auf die Rückseite oder ganz klein.

Trete immer und überall auf

Wann immer sich Dir die Chance bietet, fahr’ hin, tritt auf. Gehe raus, scheitere. Gehe raus, scheitere. Gehe raus, scheitere. Gehe raus, gewinne. Du kommst nur in die Köpfe der Leute wenn sie Dich “überall” sehen. Versuche rumzukommen, Erfahrungen und Kontakte zu sammeln so viel Du kannst. Zu Hause rumhängen oder sich gegenseitig sagen wie geil man sich findet bringt Dich nicht weiter. Jeder verzockte Jugendhausauftritt in einer anderen Stadt bringt Dir mehr als schon wieder ein Wochenende als Local Hero.
Nochmal ganz deutlich:

Vertraue nicht Deinen Homies!

Ihre Meinung ist unerheblich. Klar finden die Dich geil, aber das bringt Dich nullkommanull weiter. Erst wenn die Leute in der übernächsten Großstadt Dich kennen, dann hast Du was erreicht. Vorher bist Du einer von zehntausenden. Und die alle hören von ihren Homies, dass sie die Oberkrassesten sind.

Generiere Publikum = verkaufe CDs

Wenn Du Erfolg haben willst brauchst Du Publikum, das Deine CDs/Downloads kaufen will. Viele denken, sie müssten Demo-CDs an “wichtige” Personen verteilen und damit wäre es getan. Quatsch. Mache Kopien von Deinen Demos und versuche sie zu verkaufen. Bei/nach Auftritten, in örtlichen Shops oder direkt an Leute in Gesprächen. Hab immer ein paar CDs dabei und biete sie an für billig (5Euro?) wann immer die Sprache darauf kommt, dass Du Rapper bist.
Dir bricht kein Zacken aus der Krone, und Du bleibst bei den Leuten auf jeden Fall im Gedächtnis. Jemand, der Dir schon mal eine CD aus der Hand gekauft hat, wird Jahre später im Mediamarkt Deine CD sehen und spontan zumindest in die Hand nehmen.
Und, wird er dann von RTL interviewt, sagt er das berühmte “den kenn’ ich schon von früher”.

Release den Scheiß

Horte Deine Tracks nicht. Egal wie geil Du sie jetzt findest – in ein paar Wochen sieht die Welt anders aus: baller das Zeug auf CD und verkaufe es. Stell es online.
Und wenn das wirklich ein Alltime-Klassiker ist und Du Jahre später das auf dein Major-Debut-Album packen willst: Dem steht nix im Wege. Re-Release oder Remix nennt sich das dann; standard.

Sei neu, sie fresh

Produziere keine Meisterwerke, horte Dein Zeug nicht. Hab im Auge, ein Produkt abzuliefern, und zwar regelmäßig ein neues! Viel wichtiger als oberkrasse Alben hinzulegen, ist überhaupt Alben hinzulegen. Wenn Du seit X Monaten nix raus gebracht hast, dann langweilst Du Dein Umfeld. Nix ist ätzender als der Laberkopp, der schon seit 2 Jahren versucht die selbe CD zu verkaufen.
Noch was: wenn Du “ältere” Tracks von Dir nicht mehr so gut findest, weil Du inzwischen besseres drauf hast – bring sie trotzdem raus – die CD machst Du nicht für Dich, Du machst sie für Dein Publikum; und denen hängt der Track noch nicht zu den Ohren wieder raus.

Erst Publikum, dann Medien, dann Handel

Egal wo Deine CD steht und wie sie beworben wird, die Leute kaufen sie erst wenn sie Dich kennen.
Viele denken sie müssen nur ‘ne Anzeige in der Juice schalten und dann verkaufen sie CDs. Das ist Quatsch. Die Leute denken nur “hä?” und blättern weiter. Auch bei uns im Katalog sein bringt alleine gar nichts. Medien und Handel bringt Dir erst was wenn Du schon “berühmt” bist. Ehrlich.
Und auch ganz ehrlich: Anzeigen allein bringen Dir auch kaum was. (Investiere das Geld lieber in CD-Rohlinge und vertick Dein Demo für ‘nen Euro.) Aber: hustle hart um “redaktionell” erwähnt zu werden! Also in den News oder sogar mit Interview – das wirkt.

in den Handel kommen

Jeder Händler nimmt Dich ins Programm, sobald er denkt, dass er Deine CDs verkaufen kann. Wenn Du also selbst von Deiner CDs in der Vergangenheit X-hundert Kopien verkaufen konntest, dann hast Du Chancen, dass Deine CDs z.B. in einer Mailorder funktionieren. So und nicht andres herum.

Business

Manager

Ab einem bestimmten Punkt brauchst Du einen Manager und/oder Anwalt. Der Punkt ist spätestens dann erreicht wenn von einem Label Dir jemand einen Vertrag anbietet und es geht wirklich um Geld. Also könnte die Faustregel sein: erster Vertrag = erster Manager. Wofür ein Manager gut ist? Er kann in Deinem Namen die Forderungen stellen und ein Arschloch sein (“XY tritt nicht auf bevor ich nicht die Gage in meinen Händen halte.”) So kriegst Du Deinen Willen und bist nicht das Arschloch. KRS-One z.B. ist der netteste Mensch unter der Sonne, aber umgeben von supernervigen Stagemanagern, Personalmanagern, Tourmanagern, Pressebeauftragten usw die allesamt echt richtig nerven. Er kriegt also alles was er will, trotzdem wird niemand über ihn was schlechtes sagen. Beispiel: Wenn Du Dich länger als 30 Sekunden mit ihm unterhälst kommt jemand, schaut ernst und sagt etwas wie “sorry, but Kris got to go” und zieht ihn weg. Er kann lächelnd “Sorry” sagen und geht weg. Du denkst, er muss wirklich weg und er ist nett. In Wirklichkeit ist das eine verabredete Masche um nicht mit Gott und der Welt lange reden zu müssen.

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